Als am 23. Mai 1960 die Nachricht von der Entführung Eichmanns um die Welt geht, herrscht im Kanzleramt helle Aufregung. Was würde der Kriegsverbrecher über Altnazis in Adenauers Regierung oder die deutsch-argentinischen Rüstungsgeschäfte aussagen? Die Deutschen fühlen sich brüskiert: Der erst kürzlich mit Israel vereinbarte Deal zur Unterstützung eines Atomprojekts in der Negev-Wüste wird ausgesetzt. Während die deutsch-israelische Beziehungen also vor einer Zerreißprobe stehen, kommt der US-amerikanischen Regierung die Sensationsmeldung gerade recht. Unter Missachtung des internationalen Testmoratoriums hatte man im Süden Argentiniens heimlich eine Atombombe gezündet. Der Vertragsbruch droht aufzufliegen, wenn nichts geschieht, stehen die USA auf internationaler Bühne als Aggressor da. Die Journalistin Gaby Weber zeichnet in ihrem Buch ein Bild der Welt im Mai 1960, in das dann die Eichmann-Verhaftung/Entführung fällt. Erstmals stellt sie Zusammenhänge her, die eine neue Interpretation der Ereignisse nahelegen.
Die Buchpremiere findet statt am 50. Todestag von Adolf Eichmann. Moderation: Peter Wolter Eintritt: 3/2 Euro
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